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| Bei der Präsentation des ersten iPad 2010 erinnerte Steve Jobs noch einmal an die Anfänge von Apple und zeigte unter anderem ein Bild von sich und Steve Wozniak bei der Arbeit |
Am 1. April 1976 gründeten Steve Jobs, Steve Wozniak und Ronald Wayne
mit einem Startkapital von 1.300 US-Dollar eine Firma, die sie Apple nannten.
Eigentlich zuständig für die Buchhaltung, stieg Wayne am 12. April wieder
aus, während Wozniak noch immer bei Apple angestellt ist.
Apple, U2, die Muppet Show und der Song
„Hotel California“ haben eine Gemeinsamkeit.
Sie werden in diesem Jahr 40 Jahre alt.
Beim jüngsten Apple-Event am 21. März verwies Tim
Cook auf den Jahrestag, den 1. April 2016. Vierzig
Jahre zuvor wurde Apple gegründet
Zum Anfang der einstündigen Präsentation des
iPhone SE und des iPad Pro 9,7-Zoll zeigte Apple
einen 40-sekündigen Werbeclip: 40 Jahre in 40
Sekunden ( http://j.mp/apple40). Für jedes Jahr der
Firmengeschichte eine Sekunde Film.
Im Schnelldurchlauf lässt Apple viele Innovationen
der vergangenen Jahrzehnte als Diaschau
Revue passieren. Beginnend beim Apple I, Apple II,
dem Flop Lisa und dem ersten Mac. Apple referenziert
auch einige der bekannteren Kampagnen
wie
„1984“, „Think Different“, die von Steve Jobs für den
ersten iPod geprägte Schlagzeile „1.000 songs in
your pocket“ sowie die legendäre Kampagne „Get a
Mac“, in der John Hodgman als PC und Justin Long
als Mac gegeneinander antreten: „I’m a PC. I’m a
Mac.“ Drei Jahre lang liefen die Spots der Get-a-Mac-
Kampagne auf apple.com und im Fernsehen. Verschmitzt
ironisch streicht Apple im Schnelldurchlauf
den Newton aus der Firmengeschichte. Der PDA
wurde mit einem Stylus bedient – so wie das iPad
Pro mit dem Pencil. In den 40 Sekunden dreht sich
für zwei Sekunden lang der so genannte „Spinning
Beach Ball“ von OS X. Dabei handelt es sich um eine
Anspielung an Software-Probleme früherer Versionen
von Mac OS X. Diese bunte Kugel ist gefürchtet,
denn der drehende Ball zeigt an, dass etwas länger
dauert als erwartet. Die letzten Folien zeigen Apple
Watch, Apple Music und Apple TV. Mit dem Datum
„1. April 2016“ blendet der Spot aus.
Obwohl der Spot vierzig Jahre zurückblickt,
hat man das Gefühl: Mensch, das war doch erst der
Anfang! Was kommt als nächstes? Das iCar, wenn
es denn ein Apple-Auto werden soll, rollt frühestens
in drei Jahren über die Straßen von San Francisco
Im kommenden Jahr wird Apple
in Cupertino eine neue Firmenzentrale
beziehen. Nach drei Jahren Bauzeit
soll das Projekt zum Jahreswechsel
bezugsfertig werden. Für den Campus
II genannten Neubau trat Steve
Jobs im Sommer 2011 vor den Stadtrat
von Cupertino. Jobs erläuterte persönlich
das Konzept der kreisrunden Zentrale
und benutzt dabei den Vergleich
mit einem gelandeten Raumschiff. Es
sollte sein letzter öffentlicher Auftritt
werden – sein letzter Auftritt für das
von ihm zusammen mit Wozniak und
Wayne am 1. April 1976 ins Handelsregister
von Cupertino eingetragene
Unternehmen.
In der langen Reihe vom Apple II
über den Macintosh, NeXT Computer,
iMac, (Mac) OS X, iPod und iTunes
sowie iPhone und iPad sollte man
die neue Firmenzentrale Campus II
als sein letztes Produkt verstehen.
Der Rundbau ist sein Erbe für Apple.
Je mehr man sich damit beschäftigt, um so besser
sieht man, wie perfekt die neue erste Adresse von
Apple werden kann. Das Gebäude ist rund, in sich
geschlossen und zugleich mit der gläsernen Fassade
offen und durchlässig. Die Glaselemente liefert
übrigens die gleiche deutsche Firma, die auch die
Glastreppen in den Stores baut. Seele aus Augsburg
arbeitet weltweit seit Jahren mit Apple zusammen.
Nirgends kennt man sich besser mit großen Glaselementen
aus. Für die neue Apple-Zentrale werden
dem Vernehmen nach die größten gebogenen Glaselemente
verbaut. An dem Gebäude kommt noch
weitere Technik aus Deutschland zum Einsatz. Dabei
handelt es sich um das ausgeklügelte Lüftungssystem
für die Fassade, mit dem der Glaspalast bis auf
drei Monate im Jahr ohne zusätzliche Kühlung beziehungsweise
Heizung auskommen soll
Auf Form und Technik legte Steve Jobs großen
Wert. Daher wird die neue Firmenzentrale von Apple
nicht nur sein Vermächtnis symbolisieren, sondern
darüber hinaus als sein weithin sichtbares Denkmal
erscheinen. Durch die langen Flure wird der Geist
von Steve Jobs barrierefrei zu jedem der 13.000
Angestellten schweben können.
Trotz aller Transparenz wird man doch nicht einsehen
können, an welchen Produkten der Zukunft
bei Apple konkret gearbeitet wird. In seiner 40-jährigen
Geschichte erfand sich Apple mehrmals neu.
Apple war einmal der Computer-Bauer aus Cupertino.
Man führte die komplette Peripherie im Angebot:
Festplatten, Monitore, Drucker, Scanner und
Digitalkameras. Zwischenzeitlich gaben der iPod, U2
und iTunes den Takt an. Jetzt beherrscht das iPhone
den Markt für Smartphones. Noch versteht es Apple,
mit dem Smartphone mehr Geld zu verdienen als die
Android-Konkurrenz. Dieses Bild zeichnet sich auch
bei den Computern ab. Im beständig schrumpfenden
PC-Markt baut Apple seine Marktanteile aus. Daher
führt man den Macintosh seit inzwischen 32 Jahren
im Angebot. Der Computer auf dem Schreibtisch ist
keineswegs überholt, auch wenn das iPad Pro mit
Tastatur und Stift am Schreibtischstuhl sägt.
Die Produkte der Zukunft werden in etwa so
viel miteinander zu tun haben wie der Apple II mit
dem aktuellen iPhone 6s. Das iPhone gibt grob die
Richtung vor. HealthKit, ResearchKit und neu hinzugekommen
CareKit weisen den Weg: Mit Produkten
wie der Apple Watch will Apple näher an den Menschen
sein. Die Themen Gesundheitsprävention und
Pflege werden immer wichtiger – nicht nur bei uns,
denn insbesondere in Asien wird der demografische
Wandel in den kommenden 40 Jahren noch massiver
zuschlagen als bei uns. 2014 gingen IBM und Apple
eine weitreichende Partnerschaft ein. Dabei geht es
nicht nur um Mac-Book-Computer für IBM-Mitarbeiter,
sondern zum Beispiel in Japan um fünf Millionen
iPads für Senioren mit speziellen Apps.
Lange Zeit war zum Beispiel Apple TV ein
Hobby von Apple, mit dem man die Muppet Show
gucken konnte. Noch befindet sich auch HomeKit
im Hobby-Keller, aber erste vielversprechende
Lösungen zeichnen sich bereits ab. Nicht zuletzt
kauft Apple kontinuierlich Firmen hinzu, und zwar
in etwa mit einer Rate von rund 1,23 Übernahmen
pro Monat. Die meisten gehen still und leise über die
Bühne. Manchmal kracht es aber wie bei Siri oder
Beats. Die Motive sind unterschiedlich. Mal geht es
um die Produkte dieser Firmen, mal um ihre Patente
und nicht selten um die Talente der Mitarbeiter.
Einmal verriet Tim Cook im Interview, dass das
Büro von Steve Jobs im vierten Stock am Infinite
Loop seit dessen Tod nicht verändert wurde. Das
Namensschild hängt noch an der Tür. Es gibt sogar
das Gerücht, das Büro von Steve Jobs werde mit
umziehen in den neuen, runden, größeren Campus.
Auch ohne Steve Jobs wird klar: Apple ist noch
immer vom Geist seines Gründers durchdrungen.
Der ist unsterblich wie der Song „Hotel California

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