Dienstag, 12. April 2016

9,7" iPad Pro Das große Profi-iPad hat Zuwachs bekommen

iPad Pro
Ebenfalls wie erwartet zauberte Apple den kleinen Bruder zum im letzten Jahr vorgestellten iPad Pro aus dem Hut. Die Ehre, das iPad Pro mit 9,7"-Display vorzustellen, gebührte Phil Schiller

Ähnlich wie beim iPhone SE sah man sich auch hier gezwungen, zunächst einmal zu erklären, warum man diesen Schritt geht. Ähnlich einleuchtend wie beim iPhone SE auch hier die Gründe: Man hält die Display-Diagnole von 9,7 Zoll, mit der man ja auch das erste iPad auf den Markt brachte, nach wie vor für die Größe, die für die meisten Menschen die ideale ist. Die Zahlen untermaueren dies, so Schiller. Man verkaufe nach wie vor die meisten iPads in dieser Größe – bis dato 200 Millionen Stück. Einen Seitenhieb auf die Windows-Fraktion konnte sich Schiller nicht verkneifen. Aktuell seien über 600 Millionen PCs in Benutzung, die mindestens 5 Jahre alt sind. Da sei das iPad doch das ideale Umsteigergerät.

Groß versus klein
Im Vergleich zum großen iPad Pro weist das neue, kleine iPad Pro lediglich eine Neuerung auf. Gleich bleiben das großartige Display, das im Vergleich zum iPad Air 2 satte 40 Prozent weniger reflektiert, 25 Prozent heller ist und eine um 25 Prozent bessere Farbsättigung aufweist. Es verfügt ebenfalls über 4 Lautsprecher, die unabhängig von der Ausrichtung des iPads immer korrektes Stereo ausgeben. Neu ist das TrueTone-Display. Das neue iPad misst das Umgebungslicht und passt die Farbtemperatur des Displays an.

Außerdem unterstützt das neue iPad natürlich auch den Apple Pencil, den Schiller als das großartigste Accessoire, das Apple je auf den Markt gebracht habe, bezeichnete und das Smart Keyboard, das es in der passenden Größe geben wird. Über die Verfügbar des Smart Keyboards mit anderen Tastatur-Layouts als dem amerikanischen verlor Schiller kein Wort.

Neue Farbe, neue Preise
Analog zum iPhone ist das neue iPad Pro jetzt auch in Roségold erhältlich. Preislich startet Apple mit 689 Euro für das 32-Gigabyte-Modell. Es ist erfreulich, dass man sich hier gegen ein 16-Gigabyte-Modell entschieden hat. Vermutlich steht das „Pro“ genau dafür.

Das teuerste Modell mit 256 Gigabyte Speicherplatz und LTE-Modul schlägt mit 1199 Euro zu Buche. Im selben Atemzug verkündete Schiller, dass es jetzt auch das große iPad Pro mit 256 Gigabyte Speicher gäbe – Kostenpunkt: 1419 Euro. Man darf gespannt sein, ob die „Pro-Version“ des iPhone im Herbst diesen Jahres ebenfalls einen Flash-Speicher dieser Kapazität erhalten wird. Darauf wetten würden wir allerdings nicht.

Namens-Verwirrung.
Leicht verwundert sind wir, dass das kleine iPad Pro keinen Namenszusatz erhalten hat. Schließlich heißt ja auch das kleine „normale“ iPad „iPad mini“. Und selbst das aktuell „Standard-iPad“ erhielt ob seines flachen Designs den Namenszusatz „Air“, beziehungsweise in der zweiten Generation „Air 2“. Andererseits macht Apple so klar, dass die beiden Pro-Geräte leistungsmäßig gleichauf sind und sich eben in nichts außer der Display-Größe unterscheiden. Schließlich ging mit dem Zusatz „Mini“ auch immer eine geringere Leistungsfähigkeit einher.

Fazit
Die ganz großen Überraschungen blieben bei der diesjährigen Frühjahrsveranstaltung im Hause Apple aus. Lediglich das TrueTone-Display im neuen iPad Pro ist eine echte Neuerung. Vielleicht war auch das der Grund, weshalb Tim Cook und seine Kollegen auf der Bühne so bemüht schienen, unbedingt die Grenze von einer Stunde für die Präsentation einzuhalten, was ihnen fast gelang.

Vielleicht war man sich bewusst, dass die neuen Produkte zumindest die (vermeintliche) Fachpresse nicht vom sprichwörtlichen Hocker hauen würden und dass die wirklich wichtigen Themen des Abends mit echter Tragweite – Datenschutz, Umwelt, Gesundheit – eigentlich zu trocken (lies: zu langweilig) für eine derartige Veranstaltung wären. Dennoch: Der neue Preis der Apple Watch, der sich bis dato nicht in der europäischen Preisgestaltung widerspiegelt, wird noch mehr Menschen an Bord holen. Das neue, verhältnismäßig günstige, iPhone SE als kleine Variante des Top-Models iPhone 6s wird erneut einen ganzen Schwung an wechselwilligen Android- und Windows-Phone-Besitzern abholen und ihnen genau das geben, was sie wollen: einen sehr guten, aber nicht gleich absurd teuren Einstieg in die Welt von Apple.

Mit dem neuen iPad Pro finden die im letzten Jahr völlig zu Recht allerorten gefeierten Neurungen, die das große iPad Pro mit sich brachten, auch preislich den Weg in den Prosumer-Bereich. So wenig aufregend diese Veranstaltung insgesamt auch war: die neuen Produkte und Erkenntnisse werden iOS und damit das iPhone, das iPad als Plattform und Apple als den dahinter stehenden Konzern wirtschaftlich weiter stärken und für Kunden wie Investoren gleichermaßen noch attraktiver machen.

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