Ebenfalls wie erwartet zauberte Apple den kleinen
Bruder zum im letzten Jahr vorgestellten
iPad Pro aus dem Hut. Die Ehre, das iPad Pro
mit 9,7"-Display vorzustellen, gebührte Phil Schiller
Ähnlich wie beim iPhone SE sah man sich
auch hier gezwungen, zunächst einmal zu erklären,
warum man diesen Schritt geht. Ähnlich einleuchtend
wie beim iPhone SE auch hier die Gründe: Man
hält die Display-Diagnole von 9,7 Zoll, mit der man ja
auch das erste iPad auf den Markt brachte, nach wie
vor für die Größe, die für die meisten Menschen die
ideale ist. Die Zahlen untermaueren dies, so Schiller.
Man verkaufe nach wie vor die meisten iPads in dieser
Größe – bis dato 200 Millionen Stück.
Einen Seitenhieb auf die Windows-Fraktion
konnte sich Schiller nicht verkneifen. Aktuell seien
über 600 Millionen PCs in Benutzung, die mindestens
5 Jahre alt sind. Da sei das iPad doch das ideale
Umsteigergerät.
Groß versus klein
Im Vergleich zum großen iPad Pro weist das neue,
kleine iPad Pro lediglich eine Neuerung auf. Gleich
bleiben das großartige Display, das im Vergleich zum
iPad Air 2 satte 40 Prozent weniger reflektiert, 25
Prozent heller ist und eine um 25 Prozent bessere
Farbsättigung aufweist. Es verfügt ebenfalls über 4
Lautsprecher, die unabhängig von der Ausrichtung
des iPads immer korrektes Stereo ausgeben.
Neu ist das TrueTone-Display. Das neue iPad
misst das Umgebungslicht und passt die Farbtemperatur
des Displays an.
Außerdem unterstützt das neue iPad natürlich
auch den Apple Pencil, den Schiller als das großartigste
Accessoire, das Apple je auf den Markt
gebracht habe, bezeichnete und das Smart Keyboard,
das es in der passenden Größe geben wird.
Über die Verfügbar des Smart Keyboards mit anderen
Tastatur-Layouts als dem amerikanischen verlor
Schiller kein Wort.
Neue Farbe, neue Preise
Analog zum iPhone ist das neue iPad Pro jetzt auch
in Roségold erhältlich.
Preislich startet Apple mit 689 Euro für das
32-Gigabyte-Modell. Es ist erfreulich, dass man sich
hier gegen ein 16-Gigabyte-Modell entschieden hat.
Vermutlich steht das „Pro“ genau dafür.
Das teuerste Modell mit 256 Gigabyte Speicherplatz
und LTE-Modul schlägt mit 1199 Euro zu
Buche. Im selben Atemzug verkündete Schiller, dass
es jetzt auch das große iPad Pro mit 256 Gigabyte
Speicher gäbe – Kostenpunkt: 1419 Euro. Man darf
gespannt sein, ob die „Pro-Version“ des iPhone im
Herbst diesen Jahres ebenfalls einen Flash-Speicher
dieser Kapazität erhalten wird. Darauf wetten würden
wir allerdings nicht.
Namens-Verwirrung.
Leicht verwundert sind wir, dass das kleine iPad
Pro keinen Namenszusatz erhalten hat. Schließlich
heißt ja auch das kleine „normale“ iPad „iPad mini“.
Und selbst das aktuell „Standard-iPad“ erhielt ob
seines flachen Designs den Namenszusatz „Air“,
beziehungsweise in der zweiten Generation „Air 2“.
Andererseits macht Apple so klar, dass die beiden
Pro-Geräte leistungsmäßig gleichauf sind und sich
eben in nichts außer der Display-Größe unterscheiden.
Schließlich ging mit dem Zusatz „Mini“ auch
immer eine geringere Leistungsfähigkeit einher.
Fazit
Die ganz großen Überraschungen blieben bei der
diesjährigen Frühjahrsveranstaltung im Hause Apple
aus. Lediglich das TrueTone-Display im neuen iPad
Pro ist eine echte Neuerung. Vielleicht war auch das
der Grund, weshalb Tim Cook und seine Kollegen
auf der Bühne so bemüht schienen, unbedingt die
Grenze von einer Stunde für die Präsentation einzuhalten,
was ihnen fast gelang.
Vielleicht war man sich bewusst, dass die neuen
Produkte zumindest die (vermeintliche) Fachpresse
nicht vom sprichwörtlichen Hocker hauen würden
und dass die wirklich wichtigen Themen des Abends
mit echter Tragweite – Datenschutz, Umwelt,
Gesundheit – eigentlich zu trocken (lies: zu langweilig)
für eine derartige Veranstaltung wären.
Dennoch: Der neue Preis der Apple Watch, der
sich bis dato nicht in der europäischen Preisgestaltung
widerspiegelt, wird noch mehr Menschen an
Bord holen. Das neue, verhältnismäßig günstige,
iPhone SE als kleine Variante des Top-Models iPhone
6s wird erneut einen ganzen Schwung an wechselwilligen
Android- und Windows-Phone-Besitzern
abholen und ihnen genau das geben, was sie wollen:
einen sehr guten, aber nicht gleich absurd teuren
Einstieg in die Welt von Apple.
Mit dem neuen iPad Pro finden die im letzten
Jahr völlig zu Recht allerorten gefeierten Neurungen,
die das große iPad Pro mit sich brachten, auch preislich
den Weg in den Prosumer-Bereich.
So wenig aufregend diese Veranstaltung insgesamt
auch war: die neuen Produkte und Erkenntnisse
werden iOS und damit das iPhone, das iPad
als Plattform und Apple als den dahinter stehenden
Konzern wirtschaftlich weiter stärken und für Kunden
wie Investoren gleichermaßen noch attraktiver
machen.

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