Sonntag, 10. April 2016

Das neue iPhone SE

iPhone SE
Das iPhone im kleinen 4-Zoll-Format ist nicht tot zu kriegen! Zu groß ist die Fangemeinde. Apple hat das gerade noch rechtzeitig erkannt.

Das erste wirklich neue Produkt der Veranstaltung durfte Greg Joswiak präsentieren. Beim iPhone SE gab es nur wenige Überraschungen; zumindest für Menschen, die sich in der Apple- Gerüchte-Küche zuhause fühlen. Das iPhone kommt im bekannten und beliebten Design des iPhone 5, respektive des iPhone 5s daher

Nachdem Apple uns in den letzten beiden Jahren erklärt hat, wie großartig doch die großen iPhone-Modell 6/6s, beziehungsweise 6 Plus/ 6s Plus, sind, könnte man die Entscheidung, ein neues iPhone im 4-Zoll-Format herauszubringen, kritisch hinterfragen. Joswiak antizipierte das und untermauerte die Entscheidung mit Zahlen. Allein im Jahr 2015 habe man 30 Millionen iPhones mit 4-Zoll- Bildschirm verkauft. Um diese Zahl zu erreichen, habe man ab Vorstellung des ersten iPhones über 2,5 Jahre gebraucht. Außerdem sei das kleine iPhone dem Käuferverhalten nach das ideale Geräte für Smartphone-Ein- und Umsteiger – die Einstiegsdroge in die Welt von iOS sozusagen. Und da wäre Apple in der Tat mit dem Klammerbeutel gepudert, würde man in diesem Bereich nicht nachlegen.

Ansonsten beherrscht das Gerät keine Tricks, die wir nicht schon kennen: A9-Chip, der doppelt so schnell arbeitet wie der Chip des iPhone 5s, sich also auf dem Niveau des iPhone 6 bewegt. Das aktuelle Kamera-System mit 12-Megapixel-Kamera auf der Rückseite, der Möglichkeit, 4K-Videos aufzuzeichnen und dem Retina TrueTone-Flash, der das Display des iPhone als Blitz verwendet.

Optimiert hat man den Akku. Dieser hält nun länger durch als die bereits bekannten Geräte im 4-Zoll-Gehäuse. Erfreulich – zumindest für Nutzer in den USA, Kanada, UK, Australien und China – ist die Integration von Apple Pay. Wieder einmal gespart hat Apple beim Touch- ID-Sensor. Hier kommt das alte Modell aus dem iPhone 5s zum Einsatz und nicht die deutlich schnellere Variante, die wir aus dem iPhone 6s kennen.

Wie auch schon bei den letzten Vorstellungen von iPhones empfinden wir es auch dieses Mal als Frechheit, dass Apple sich traut, noch immer ein Modell mit nur 16 Gigabyte Speicherplatz anzubieten. In Deutschland kostet dieses Gerät 489 Euro. Sympathisch hingegen ist, dass man für „nur“ 100 Euro den Speicher gleich auf 64 Gigabyte vervierfachen kann.

Alles andere als langweilig
Was auf den ersten Blick nach Apples Version von altem Wein in neuen Schläuchen klingt, ist nicht weniger als das spannendste iOS-Gerät, das Apple in den letzten Jahren vorgestellt hat.

Natürlich, die großen Stars sind weiterhin die aktuellen Top-Modelle iPhone 6s und 6s Plus sowie das iPad Pro – keine Frage. Letztlich folgten diese aber nur sklavisch dem ständig geforderten Dreisatz aus „höher, schneller, weiter“.

Zuletzt hatte Apple Geräte mit kleineren Displays bestenfalls stiefmütterlich behandelt. Das iPhone 5s behielt man ohne jedwede Änderungen sogar noch über zwei Jahre im Programm. Das iPhone 5c als bunte Einstiegsdroge in die iOS-Welt erfüllte zwar seinen Zweck, brachte andererseits aber auch nur wenige Jubelschreie hervo

Der Punkt, den Apple bei dieser Veranstaltung gemacht hat, ist, dass man sich von mittelmäßigen Produkten verabschiedet. Seit diesem Tag verkauft Apple keine iPhones mit restlos veralteter Technologie mehr. Man beschränkt sich auf die aktuellen Top- Modelle und die Vorjahres-Modelle. Das iPhone SE als vermeintlicher Nachfolger des „billigen“ iPhone 5c trägt vollkommen zu Recht keine „5“ im Namen. Technisch ist es absolut auf der Höhe der Zeit und reiht sich nicht länger unter, sondern neben den aktuellen Top-Produkten ein.

Apple trägt dem Verlangen der Kunden nach einem kleineren Gerät auf höchstem Niveau Rechnung – und tut gut daran. Schließlich ist das 4-Zoll-Format für viele – selbst für Besitzer eines größeren iPhones – nach wie vor die ideale Größe für ein Mobiltelefon, das man auch gelegentlich mal einhändig bedienen kann. Der Erfolg dieses Geräts ist programmiert!

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