Das iPhone im kleinen 4-Zoll-Format
ist nicht tot zu kriegen! Zu groß ist
die Fangemeinde. Apple hat das
gerade noch rechtzeitig erkannt.
Das erste wirklich neue Produkt der Veranstaltung
durfte Greg Joswiak präsentieren. Beim
iPhone SE gab es nur wenige Überraschungen;
zumindest für Menschen, die sich in der Apple-
Gerüchte-Küche zuhause fühlen. Das iPhone kommt
im bekannten und beliebten Design des iPhone 5,
respektive des iPhone 5s daher
Nachdem Apple uns in den letzten beiden
Jahren erklärt hat, wie großartig doch die großen
iPhone-Modell 6/6s, beziehungsweise 6 Plus/ 6s
Plus, sind, könnte man die Entscheidung, ein neues
iPhone im 4-Zoll-Format herauszubringen, kritisch
hinterfragen. Joswiak antizipierte das und untermauerte
die Entscheidung mit Zahlen. Allein im Jahr
2015 habe man 30 Millionen iPhones mit 4-Zoll-
Bildschirm verkauft. Um diese Zahl zu erreichen,
habe man ab Vorstellung des ersten iPhones über
2,5 Jahre gebraucht. Außerdem sei das kleine iPhone
dem Käuferverhalten nach das ideale Geräte für
Smartphone-Ein- und Umsteiger – die Einstiegsdroge
in die Welt von iOS sozusagen. Und da wäre Apple
in der Tat mit dem Klammerbeutel gepudert, würde
man in diesem Bereich nicht nachlegen.
Ansonsten beherrscht das Gerät keine Tricks,
die wir nicht schon kennen: A9-Chip, der doppelt so
schnell arbeitet wie der Chip des iPhone 5s, sich also
auf dem Niveau des iPhone 6 bewegt. Das aktuelle
Kamera-System mit 12-Megapixel-Kamera auf der
Rückseite, der Möglichkeit, 4K-Videos aufzuzeichnen
und dem Retina TrueTone-Flash, der das Display des
iPhone als Blitz verwendet.
Optimiert hat man den Akku. Dieser hält nun
länger durch als die bereits bekannten Geräte im
4-Zoll-Gehäuse. Erfreulich – zumindest für Nutzer in
den USA, Kanada, UK, Australien und China – ist die
Integration von Apple Pay.
Wieder einmal gespart hat Apple beim Touch-
ID-Sensor. Hier kommt das alte Modell aus dem
iPhone 5s zum Einsatz und nicht die deutlich schnellere
Variante, die wir aus dem iPhone 6s kennen.
Wie auch schon bei den letzten Vorstellungen
von iPhones empfinden wir es auch dieses Mal als
Frechheit, dass Apple sich traut, noch immer ein
Modell mit nur 16 Gigabyte Speicherplatz anzubieten.
In Deutschland kostet dieses Gerät 489 Euro.
Sympathisch hingegen ist, dass man für „nur“ 100
Euro den Speicher gleich auf 64 Gigabyte vervierfachen
kann.
Alles andere als langweilig
Was auf den ersten Blick nach Apples Version von
altem Wein in neuen Schläuchen klingt, ist nicht
weniger als das spannendste iOS-Gerät, das Apple in
den letzten Jahren vorgestellt hat.
Natürlich, die großen Stars sind weiterhin die
aktuellen Top-Modelle iPhone 6s und 6s Plus sowie
das iPad Pro – keine Frage. Letztlich folgten diese
aber nur sklavisch dem ständig geforderten Dreisatz
aus „höher, schneller, weiter“.
Zuletzt hatte Apple Geräte mit kleineren Displays
bestenfalls stiefmütterlich behandelt. Das
iPhone 5s behielt man ohne jedwede Änderungen
sogar noch über zwei Jahre im Programm. Das
iPhone 5c als bunte Einstiegsdroge in die iOS-Welt
erfüllte zwar seinen Zweck, brachte andererseits
aber auch nur wenige Jubelschreie hervo
Der Punkt, den Apple bei dieser Veranstaltung
gemacht hat, ist, dass man sich von mittelmäßigen
Produkten verabschiedet. Seit diesem Tag verkauft
Apple keine iPhones mit restlos veralteter Technologie
mehr. Man beschränkt sich auf die aktuellen Top-
Modelle und die Vorjahres-Modelle. Das iPhone SE
als vermeintlicher Nachfolger des „billigen“ iPhone
5c trägt vollkommen zu Recht keine „5“ im Namen.
Technisch ist es absolut auf der Höhe der Zeit und
reiht sich nicht länger unter, sondern neben den
aktuellen Top-Produkten ein.
Apple trägt dem Verlangen der Kunden nach
einem kleineren Gerät auf höchstem Niveau
Rechnung – und tut gut daran. Schließlich ist das
4-Zoll-Format für viele – selbst für Besitzer eines
größeren iPhones – nach wie vor die ideale Größe
für ein Mobiltelefon, das man auch gelegentlich mal
einhändig bedienen kann. Der Erfolg dieses Geräts
ist programmiert!

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen