Freitag, 22. April 2016

5 screencast programme Bildschirminhalt aufnehmen

Bildschirminhalt
Screencast-Programme sind nützliche Werkzeuge für Gelegenheitsanwender und Profis, um das Geschehen auf dem Bildschirm oder iOS-Gerät aufzuzeichnen und für Video-Tutorials aufzubereiten

Inzwischen gehört es heute zum guten Ton, einem Computer-Fachbuch oder einer Software einen begleitenden Video-Workshop auf DVD beizulegen oder zumindest kostenlos im Internet zum Download zur Verfügung zu stellen. Denn nach den Grundsätzen der Methodik und Didaktik lernt und behält der Mensch immer das am Besten, was ihm mit möglichst vielen Sinnen und Eindrücken vermittelt wird.
Das geeignete Werkzeug zur Produktion von eigenen Tutorials kann man bereits für unter hundert Euro erwerben. Für die Einarbeitung in ein Screencast-Programm sind auch keine Profikenntnisse erforderlich, um relativ schnell die ersten Erfolgserlebnisse zu generieren. Grundsätzlich arbeiten Screencast-Programme nach einem verblüffend einfachen Schema. Der Bildschirminhalt und das Geschehen auf dem Bildschirm wie Mausbewegungen oder Eingaben in Programmen werden originalgetreu aufgenommen. Erst im Nachgang wird die Aufzeichnung professionell bearbeitet und als Video gespeichert.

Der perfekte Screencast
Der Weg zum ersten perfekten Screencast ist gar nicht so schwierig, wenn man sich an einige grundsätzliche Regeln hält. Zu Beginn sollte man sich darüber im Klaren sein, was man vorstellen oder erklären möchte. Ziel sollte es sein, nicht zu viele Inhalte in ein Video zu packen, um die Laufzeit des Videos so überschaubar wie möglich zu halten. Danach sollte man sich zunächst mit der Software vertraut machen. Man sollte wissen, wie man in der Software die richtige Auflösung bzw. Tonqualität einstellt und welche sonstigen Parameter zu verändern sind. Es empfiehlt sich auch, einige Probeaufnahmen zu erstellen, um aus Fehlern bereits im Vorfeld zu lernen.

Der nächste Schritt besteht in der Erstellung des Drehbuchs. Hierzu reicht es völlig aus, mit wenigen Notizen alle Gedanken und Ideen zum Ablauf des Videos festzuhalten. Danach sollte man die Struktur der Inhaltsdarstellung überprüfen, damit die Vorstellung der Inhalte logisch und nacheinander aufbauend erfolgt und nicht allzu viele Fachbegriffe Verwendung finden.

Nach der Erstellung des Drehbuchs kann man zur Tat schreiten und mit der Aufzeichnung beginnen. Man sollte auf eine gute Bild- und Tonqualität achten sowie klar und deutlich sprechen. In dieser Phase ist es auch wichtig, ausschließlich lizenzfreies oder eigenes Bild- und Tonmaterial zu verwenden.

Nach der Aufnahme beginnt man mit der Nachbereitung des Videos. Es empfiehlt sich, die Aufzeichnung mit leicht dezenten und keinesfalls aufdringlichen Effekten zu optimieren. Das erhöht die Aufmerksamkeit und sorgt für die entsprechende Spannung. Manchmal kann es auch sinnvoll sein, in einen bestimmten Bildschirmbereich zu zoomen, um das entsprechende Detail besser zu visualisieren. Bei Bedarf kann man auch Mauszeiger, Markierungen, Pfeile oder Texte einfügen, um die Aufmerksamkeit auf bestimmte Bildschirmbereiche zu lenken. Allerdings sollte man Effekte immer sparsam und wohldosiert einsetzen, um eine Überforderung des Zuschauers zu vermeiden.

Hat man die Aufnahme entsprechend nachbereitet, kann man endlich zur Veröffentlichung des Videos schreiten. Die Programme stellen heute meistens eine breite Palette an Export-Möglichkeiten zur Verfügung, mit denen man das Video nicht nur in verschiedenen Video-Formaten speichern, sondern auch in wenigen Schritten direkt zu sozialen Netz- werken wie Facebook oder zu Videoportalen wie YouTube hochladen kann.

Getreu dem Spruch, dass Übung bekanntlich den Meister macht, kann man nur durch Übung, aber auch aus Fehlern lernen. Mit jedem neuen Video lernt man dazu und wird routinierter. Das Schöne am Screencasting ist, dass man mit relativ überschaubarem Aufwand an Hard- und Software einfach loslegen kann. Der Spaß kommt dann von ganz alleine.

Gemeinsame Funktionen
Alle Screencast-Programme zeichnen die Mausbewegungen am Bildschirm und das Audiomaterial über das eingebaute Mac-Mikrofon auf. Die Soundausgabe des Computers wird jedoch häufig nach der Installation einer zusätzlichen Software mitgeschnitten.

Man kann inzwischen auch Aufnahmen vom Bildschirm eines iPhones oder iPads machen, wenn man das Gerät mittels Lightning-Kabel mit dem Mac verbindet. Voraussetzung ist jedoch meistens ein installiertes iOS 8 auf dem mobilen Gerät und Mac OS X 10.10 auf dem Mac. Es ist jedoch noch nicht ganz so selbstverständlich, dass auch der Ton oder Tipp- und Wischgesten aufgezeichnet werden

Ein charakteristisches Merkmal der Screencast- Programme ist es, dass ein individuelles Icon während der Aufnahme in der Menüleiste platziert wird, mit dem sich die Aufnahme beenden und gegebenenfalls auch starten lässt. Der Mauszeiger wird hierbei solange aufgezeichnet, bis man mit dem Mauszeiger das Icon zum Beenden anklickt.

Etwas unterschiedliche Philosophien verfolgen die Programme bei der Bildwiederholrate. Profis möchten meistens einen Mitschnitt mit möglichst hoher Bildwiederholrate, in der Regel mit 60 Bildern pro Sekunde anfertigen. Das ist durchaus sinnvoll bei grafisch aufwändigen Spielen oder etwaigen Videomitschnitten. Gelegenheitsnutzer begnügen sich auch mit einer niedrigeren Bildwiederholrate. Gerade bei der Erstellung von Video-Tutorials spielt die Bildwiederholrate nur eine untergeordnete Rolle, weil hierfür der Bedarf an ausgereiften Nachbearbeitungsfunktionen wesentlich entscheidender ist.

Fazit
Die Screencast-Programme hinterlassen weitestgehend einen guten Eindruck, auch wenn die Anwendungsschwerpunkte durchaus unterschiedlich sind. Man muss aber in der Tat kein Profi sein, um mit wenigen Handgriffen ansprechende Video-Tutorials zu erstellen. Ein Manko vieler Programme sind entweder die nicht lokalisierte Benutzeroberfläche oder die Supportfunktionen in englischer Sprache. Wie immer empfiehlt es sich, vor dem finalen Kauf die Software anhand einer Demoversion soweit wie möglich auf Herz und Nieren zu testen.

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