Screencast-Programme sind nützliche Werkzeuge
für Gelegenheitsanwender und Profis, um das
Geschehen auf dem Bildschirm oder iOS-Gerät aufzuzeichnen
und für Video-Tutorials aufzubereiten
Inzwischen gehört es heute zum guten Ton,
einem Computer-Fachbuch oder einer Software
einen begleitenden Video-Workshop auf DVD
beizulegen oder zumindest kostenlos im Internet
zum Download zur Verfügung zu stellen. Denn nach
den Grundsätzen der Methodik und Didaktik lernt
und behält der Mensch immer das am Besten, was
ihm mit möglichst vielen Sinnen und Eindrücken
vermittelt wird.
Das geeignete Werkzeug zur Produktion
von eigenen Tutorials kann man bereits für unter
hundert Euro erwerben. Für die Einarbeitung in
ein Screencast-Programm sind auch keine Profikenntnisse
erforderlich, um relativ schnell die ersten
Erfolgserlebnisse zu generieren. Grundsätzlich
arbeiten Screencast-Programme nach einem verblüffend
einfachen Schema. Der Bildschirminhalt und
das Geschehen auf dem Bildschirm wie Mausbewegungen
oder Eingaben in Programmen werden originalgetreu
aufgenommen. Erst im Nachgang wird die
Aufzeichnung professionell bearbeitet und als Video
gespeichert.
Der perfekte Screencast
Der Weg zum ersten perfekten Screencast ist
gar nicht so schwierig, wenn man sich an einige
grundsätzliche Regeln hält. Zu Beginn sollte man
sich darüber im Klaren sein, was man vorstellen
oder erklären möchte. Ziel sollte es sein, nicht zu
viele Inhalte in ein Video zu packen, um die Laufzeit
des Videos so überschaubar wie möglich zu halten.
Danach sollte man sich zunächst mit der Software
vertraut machen. Man sollte wissen, wie man in der
Software die richtige Auflösung bzw. Tonqualität
einstellt und welche sonstigen Parameter zu verändern
sind. Es empfiehlt sich auch, einige Probeaufnahmen
zu erstellen, um aus Fehlern bereits im
Vorfeld zu lernen.
Der nächste Schritt besteht in der Erstellung
des Drehbuchs. Hierzu reicht es völlig aus, mit wenigen
Notizen alle Gedanken und Ideen zum Ablauf
des Videos festzuhalten. Danach sollte man die
Struktur der Inhaltsdarstellung überprüfen, damit
die Vorstellung der Inhalte logisch und nacheinander
aufbauend erfolgt und nicht allzu viele Fachbegriffe
Verwendung finden.
Nach der Erstellung des Drehbuchs
kann man zur Tat schreiten und
mit der Aufzeichnung beginnen. Man
sollte auf eine gute Bild- und Tonqualität
achten sowie klar und deutlich
sprechen. In dieser Phase ist es auch
wichtig, ausschließlich lizenzfreies
oder eigenes Bild- und Tonmaterial zu
verwenden.
Nach der Aufnahme beginnt man
mit der Nachbereitung des Videos.
Es empfiehlt sich, die Aufzeichnung
mit leicht dezenten und keinesfalls
aufdringlichen Effekten zu optimieren.
Das erhöht die Aufmerksamkeit
und sorgt für die entsprechende
Spannung. Manchmal kann es auch
sinnvoll sein, in einen bestimmten
Bildschirmbereich zu zoomen, um
das entsprechende Detail besser zu
visualisieren. Bei Bedarf kann man
auch Mauszeiger, Markierungen,
Pfeile oder Texte einfügen, um die
Aufmerksamkeit auf bestimmte Bildschirmbereiche
zu lenken. Allerdings
sollte man Effekte immer sparsam und
wohldosiert einsetzen, um eine Überforderung des
Zuschauers zu vermeiden.
Hat man die Aufnahme entsprechend nachbereitet,
kann man endlich zur Veröffentlichung des
Videos schreiten. Die Programme stellen heute meistens
eine breite Palette an Export-Möglichkeiten zur
Verfügung, mit denen man das Video nicht nur in
verschiedenen Video-Formaten speichern, sondern
auch in wenigen Schritten direkt zu sozialen Netz-
werken wie Facebook oder zu Videoportalen wie
YouTube hochladen kann.
Getreu dem Spruch, dass Übung bekanntlich
den Meister macht, kann man nur durch Übung, aber
auch aus Fehlern lernen. Mit jedem neuen Video
lernt man dazu und wird routinierter. Das Schöne am
Screencasting ist, dass man mit relativ überschaubarem
Aufwand an Hard- und Software einfach loslegen
kann. Der Spaß kommt dann von ganz alleine.
Gemeinsame Funktionen
Alle Screencast-Programme zeichnen die Mausbewegungen
am Bildschirm und das Audiomaterial über
das eingebaute Mac-Mikrofon auf. Die Soundausgabe
des Computers wird jedoch häufig nach der Installation
einer zusätzlichen Software mitgeschnitten.
Man kann inzwischen auch Aufnahmen vom
Bildschirm eines iPhones oder iPads machen, wenn
man das Gerät mittels Lightning-Kabel mit dem Mac
verbindet. Voraussetzung ist jedoch meistens ein
installiertes iOS 8 auf dem mobilen Gerät und Mac
OS X 10.10 auf dem Mac. Es ist jedoch noch nicht
ganz so selbstverständlich, dass auch der Ton oder
Tipp- und Wischgesten aufgezeichnet werden
Ein charakteristisches Merkmal der Screencast-
Programme ist es, dass ein individuelles Icon
während der Aufnahme in der Menüleiste platziert
wird, mit dem sich die Aufnahme beenden und
gegebenenfalls auch starten lässt. Der Mauszeiger
wird hierbei solange aufgezeichnet, bis man mit dem
Mauszeiger das Icon zum Beenden anklickt.
Etwas unterschiedliche Philosophien verfolgen
die Programme bei der Bildwiederholrate. Profis
möchten meistens einen Mitschnitt mit möglichst
hoher Bildwiederholrate, in der Regel mit 60 Bildern
pro Sekunde anfertigen. Das ist durchaus sinnvoll
bei grafisch aufwändigen Spielen oder etwaigen
Videomitschnitten. Gelegenheitsnutzer begnügen
sich auch mit einer niedrigeren Bildwiederholrate.
Gerade bei der Erstellung von Video-Tutorials spielt
die Bildwiederholrate nur eine untergeordnete Rolle,
weil hierfür der Bedarf an ausgereiften Nachbearbeitungsfunktionen
wesentlich entscheidender ist.
Fazit
Die Screencast-Programme hinterlassen weitestgehend
einen guten Eindruck, auch wenn die Anwendungsschwerpunkte
durchaus unterschiedlich sind.
Man muss aber in der Tat kein Profi sein, um mit
wenigen Handgriffen ansprechende Video-Tutorials
zu erstellen. Ein Manko vieler Programme sind
entweder die nicht lokalisierte Benutzeroberfläche
oder die Supportfunktionen in englischer Sprache.
Wie immer empfiehlt es sich, vor dem finalen Kauf
die Software anhand einer Demoversion soweit wie
möglich auf Herz und Nieren zu testen.

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