Freitag, 15. April 2016

Apples Produktpalette wird stets größer. Mac, iPhone, iPad, iPod und jetzt auch die Apple Watch. Was leisten die Geräte in der Praxis? Unser Anspruch: Wir testen alles, was Apple aktuell auf dem Markt hat.

Sebastian Schack
Das Jahr 2015 hat uns jede Menge neue Apple-Geräte beschert. Neben den fast schon obligatorischen neuen iPhones gab es auch ein völlig neues iPad, das iPad Pro mit 12,9 Zoll großem Bildschirm, und zahlreiche neue Macs. Nicht zu vergessen auch die neue Apple-TV-Generation. Wir hatten selbstverständlich alle Geräte im Test

iMac: der Allrounder
Der iMac ist ein All-in-One-Desktop-Rechner. Der Prozessor des Einstiegsmodells kommt mit zwei Kernen, alle anderen iMacs rechnen mit vier Kernen. Außerdem ab Werk: acht Gigabyte RAM, flotte Grafikchips von AMD oder Nvidia, eine drahtlose Tastatur und Maus sowie ein 21,5- oder 27-Zoll-Monitor. Alle Modelle kommen mit Festplatte, nur das größte mit einem deutlich flotteren Fusion Drive. Dieses lässt sich für alle beim Kauf als Option zuwählen. Das Display liegt hinter Glas und spiegelt somit bei starkem Lichteinfall. Der iMac Retina 5K bietet übrigens ein extrem hochauflösendes Display. Empfehlung: Der iMac ist das Allround-Genie. Er bietet derzeit am meisten Mac fürs Geld und eine sehr gute CPU- und Grafikleistung. Das Retina-5K-Modell eignet sich besonders als Videoschnittplatz, auch Fotografen und Grafiker schätzen das gute Display.

Mac Mini: der Zwerg-Computer
Der kleinste und preisgünstigste Mac ist der Mac Mini. Er ist kaum größer als ein Stapel DVDs und liefert dennoch eine erstaunliche Leistung. Als besonderes Schmankerl kann man den Mac Mini mit einem Fusion Drive bestellen. Die Kombination aus schneller SSD und großer Festplatte lohnt sich. Achtung: Alle Mac-Mini-Modelle kommen ohne optisches Laufwerk, Maus und Tastatur. Empfehlung Der Mac Mini ist der ideale Mac für den Einstieg. Er eignet sich für einfache Büroarbeiten, aber auch als Zweitgerät im Wohnzimmer zum Anschluss an den Fernseher. Da Apple keinen echten Server im Programm hat, lässt sich der Mac Mini auch als Heim- oder Arbeitsgruppen-Server nutzen

Mac Pro: das Arbeitspferd
Bis zu zwölf Rechenkerne, zwei Grafikkarten und ein Terabyte SSD-Massenspeicher sorgen im Mac Pro für eine enorme Leistung. Das stabile Gehäuse und die speziellen Innereien machen diesen Mac zum Arbeitspferd. Der Nachteil ist, dass der Mac Pro Erweiterungen nur extern annimmt, dafür stehen aber sechs Thunderbolt-2-Ports bereit. Empfehlung: Kompromisslose Leistung und eine geniale Konstruktion machen den Mac Pro in vielen Bereichen zum Rechner der Wahl. Da er auch unter Last kaum zu hören ist, findet er gerne in Tonstudios Anklang. Für Privatanwender ist er jedoch zu teuer.

MacBook: die Flunder
Mit dem 2015 wieder aufgelegten MacBook beschreitet Apple einmal mehr neue Wege. Das Gerät ist kleiner und leichter als jedes Apple-Notebook zuvor. Der Intel Core-M-Prozessor benötigt so wenig Strom, dass das Gerät komplett ohne Lüfter auskommt. Allerdings gibt es als Schnittstelle nur einen einzigen USB-Port vom Typ C. Empfehlung Kleiner geht es wirklich nicht mehr. Deswegen ist das 12-Zoll-MacBook der ideale Begleiter für unterwegs. Besonders Schüler und Studenten werden das geringe Gewicht zu schätzen wissen

MacBook Air: das Leichtgewicht
Das MacBook Air ist Apples preisgünstigster mobiler Mac. Das 11-Zoll-MacBook-Air bildet den günstigsten Einstieg. Dank Intel-Core-i5-Prozessor aus der Broadwell-Serie und schnellen SSD-Laufwerken fühlt es sich wie ein erwachsenes System an. Allerdings fehlt allen MacBook-Air-Modellen ein optisches Laufwerk. Wer CDs oder DVDs abspielen oder brennen will, muss hier auf ein externes Laufwerk zurückgreifen. Dafür wiegt das 11-Zoll- MacBook-Air nur etwas mehr als ein Kilogramm und passt problemlos in jeden Rucksack und sogar in manche Damenhandtasche. Mit dem 13-Zoll-Modell bekommt man neben dem größeren Bildschirm auch mehr Bildauflösung. Schnellere Prozessoren gibt es hingegen nur gegen Aufpreis. Empfehlung Die MacBook-Air-Modelle eignen sich besonders für Vielreisende, bei denen unterwegs jedes Gramm Gewichtersparnis zählt. Außerdem sind die Geräte bei Bildungseinrichtungen sehr beliebt.

MacBook Pro: veraltet
Das MacBook Pro hat Apple bis auf ein einziges Modell komplett aus seinem Angebot herausgenommen. Nur noch ein 13-Zoll-Modell kann man als Neugerät kaufen. Das hat Apple technisch auf dem Stand vom Juni 2012 belassen.
Das 13-Zoll-Modell kommt mit einer Dual-Core- CPU von Intel. Als Grafikchip muss man sich mit dem integrierten Intel HD 4000 begnügen, der aber für die meisten Belange immer noch ausreicht. Dieses MacBook-Pro-Modell ist der einzige aktuelle Mac, den Apple noch mit einem integrierten DVDLaufwerk ausgeliefert

Aktuelle Macs im Leistungsvergleich


MacBook Pro Retina: der Profi
Die Retina-Modelle sind etwas dicker und schwerer als die MacBook-Air-Varianten, bieten dafür aber ein Display mit super Auflösung und sehr guten Bildeigenschaften. Die vierfache Pixelanzahl sorgt für ein beeindruckendes Bild. Die aktuelle Baureihe hat Apple mit den neuesten Intel-Chips ausgerüstet. Alle Varianten sind mit dem Force-Touch-Trackpad bestückt. Die 15-Zöller kommen mit vier Rechenkernen, diese kosten bei den 13 Zoll großen Modellen 360 Euro zusätzlich.
Empfehlung Die MacBook-Pro-Modelle eignen sich für kreative Profis. Die 13-Zoll-Version ohne Retina- Display ist zwar veraltet, aber der einzige mobile Mac mit DVD-Laufwerk. Die Retina-Versionen sind vor allem bei Fotografen beliebt, denn das hochauflösende Display ist besonders für die Darstellung von Fotos, aber auch für HD-Videos geeignet.

iPhone: das Massenprodukt Kein Apple-Gerät verkauft sich so gut wie das iPhone. Trotz hoher Preise setzt Apple es millionenfach in aller Welt ab. Das ist kein Wunder, denn die genial einfache Bedienung per Touch-Bildschirm gepaart mit exzellenter Hardware bildet ein prima Gespann.
Aktuell ist das iPhone 6s, das es in zwei Größen gibt. Die 4,7-Zoll-Variante eignet sich dabei besser für das tägliche Business, weil sie noch in jede Hosen- und Hemdtasche passt. Das iPhone 6s Plus mit 5,5 Zoll ist dagegen fast schon ein Tablet. Beide bieten Retina-Displays mit extrem scharfem Bild und hoher Helligkeit. Auch draußen lassen sich die Bildschirme noch gut ablesen.

Nach wie vor im Programm hat Apple das iPhone 6. Alle neuen Modelle bekommt man in drei Farben: Spacegrau, Silber oder Gold, das iPhone 6 in Silber oder Spacegrau. Brandneu hinzugekommen ist das iPhone SE mit seinem nur 4 Zoll „großen“ Display, das seinen Vorgänger 5s nicht nur in Sachen Prozessorleistung sauber überrundet.
Empfehlung Für iPhone-Einsteiger ist natürlich primär das neue iPhone SE interessant, das als 16- und 64-GB-Variante erhältlich ist. Besonders die 12-MPFoto- bzw. 4-K-Videokamera stattet das kleine iPhone mit Profiqualitäten aus. Wer es größer mag, muss auf das iPhone 6s oder 6s Plus umsteigen.

iPad Air, Mini + Pro: die Brücke zum Notebook Der Verzicht auf Maus und Tastatur muss nicht bedeuten, dass Computer absolut unbedienbar werden. Das iPad ist der beste Beweis dafür und es hat die Art und Weise, wie wir uns einen Computer vorstellen und ihn bedienen, grundlegend verändert.
Ende 2014 hatte Apple die iPad-Reihe überarbeitet. Neu war das iPad Air 2. Es bietet den vom iPhone 6S und 6 her bekannten Fingerabdrucksensor. Dieser erleichtert das Entsperren des iPad und den Einkauf von Apps oder iTunes-Inhalten, denn statt umständlich jedes Mal das Passwort einzutippen, braucht man nun nur noch einen Finger lässig auf den Home-Knopf zu legen.

Das iPad Air 2 ist zudem noch einmal dünner und leichter geworden. Außerdem enthält es den derzeit schnellsten mobilen Prozessor auf ARMBasis, den A8X von Apple. Damit erreicht das iPad Air 2 von der Rechenleistung her fast schon Notebook-Niveau. Mit dem iPad Mini 4 hat Apple auch seine kleinste Tablet-Reihe in Sachen Leistung aufgewertet. Beide Modelle überzeugen mit ihrem hochauflösenden Retina-Display.

Ambitionierten Anwendern bietet sich das iPad Pro an, das es seit kurzem nicht nur in der 12,9-, sondern auch in einer handlicheren 9,7-Zoll-Version gibt. Mit einem Smart Keyboard ergänzt, stellen beide Modelle eine ernstzunehmende Alternative zu Desktop-Computern und Laptops dar.
Empfehlung Besonders klein und leicht ist das iPad Mini. Als alltäglicher Begleiter ist es fast so flexibel wie ein iPhone, bietet aber die Möglichkeiten eines vollwertigen Tablets. Einen größeren Bildschirm erhält man mit dem iPad Air 2. Wer tagein, tagaus mit dem iPad als primäres Gerät arbeiten möchte, sollte zu einem der Pro-Geräte greifen.

iPod: der Großvater
Der iPod läuft bei Apple nur noch nebenher mit, die Verkaufszahlen sinken stetig. Der extrem kleine iPod Shuffle hat kein Display. Hier lässt man sich vom Zufall überraschen, welcher Song als nächstes spielt. Er wiegt nur 13 Gramm, bietet zwei Gigabyte Speicher und ist in sechs Farben erhältlich (inklusive Product Red, bei dem ein Teil des Kaufpreises an eine Wohltätigkeitsorganisation gespendet wird).

Der iPod Nano kommt mit einem Multitouch- Display und ebenfalls in sechs Farben. Fast schon ein iPhone ist der iPod Touch. Er verzichtet auf die Telefonfunktion, lässt aber sonst ähnliche Möglichkeiten zu wie das iPhone. Die CPU- und Grafikleistung entspricht beim aktuellen Modell in etwa dem iPad Mini 3 und es gibt bis zu 128 GB Speicher. Die Kamera liefert ebenfalls eine sehr gute Bildqualität. Empfehlung Jogger und andere Sportler fühlen sich mit dem iPod Shuffle am wohlsten, da er extrem klein und leicht ist. Der iPod Nano ist ein idealer Musikbegleiter für Kids und Jugendliche. Der iPod Touch ist fast schon ein iPhone. Mit dem aktuellen Modell kann man die meisten iPhone-Apps und sogar aufwändige Spiele nutzen.

Apple TV Das Apple TV bringt Inhalte via AirPlay oder direktem Streaming auf den Fernseher. Neu in der lang ersehnten 4. Generation: Das Apple TV verfügt jetzt auch über einen eigenen App Store und bietet so eine noch größere Streaming-Auswahl.
Empfehlung Wer Musik und Filme im Wohnzimmer genießen will, findet im Apple TV eine praktische Lösung. Das Potenzial des Gerätes ist zudem noch lange nicht ausgereizt. Vieles wird davon abhängen, wie schnell sich die Entwickler auf das Gerät stürzen und nützliche und sinnvolle Apps anbieten.

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