Freitag, 22. April 2016

affinity photo Einstieg in die Bildbearbeitung

Joachim Korff
Eine nützliche Funktion in Affinity Photo sind die Anpassungsebenen. Die nehmen wir zum Anlass, uns in dieser Ausgabe mit den Ebenen und deren Möglichkeiten auseinanderzusetzen

Ohne Ebenen wären viele Schritte in der Bildbearbeitung nicht möglich. Durch das Übereinanderlegen von verschiedenen Ebenen lassen sich nicht nur Bilder in andere Bilder einfügen, Sie können auch eine Farbe oder einen Verlauf zum Erzeugen einer bestimmten Stimmung hinzufügen. Affinity Photo geht noch einen Schritt weiter und bietet sogenannte Anpassungsebenen. Früher wurden Änderungen der Gradationskurve oder der selektiven Farbkorrektur direkt auf das Bild angewendet

Anpassungsebenen
In Affinity Photo wenden Sie die Anpassungen nicht mehr direkt auf Ihr Werk an, sondern in einer separaten Einstellungsebene. Die Vorteile liegen auf der Hand: Sie können jederzeit Änderungen an den Anpassungen vornehmen, inklusive des kompletten Löschens der Anpassung. Durch den Haken bei der Ebenensichtbarkeit ist die Änderung jederzeit temporär zu deaktivieren. Zudem können Sie die Reihenfolge der Anpassungen nachträglich ändern. Vielleicht fällt in einem späteren Bearbeitungsschritt auf, dass Sie zuerst die Belichtung und dann erst die Gradationskurve hätten anpassen sollen. Ziehen Sie einfach die Einstellungsebene „Gradationskurve“ über die Einstellungsebene „Belichtung“ und schon ist der Fehler behoben. Da Sie jederzeit die Einstellungen ändern können, sind auch die daraus möglicherweise resultierenden Änderungen kein Problem. Zum Ändern der Einstellungen klicken Sie einfach doppelt auf die Anpassungsebene. Insgesamt stehen 21 Anpassungen wie zum Beispiel „Tonwertkorrektur“, „Helligkeit/ Kontrast“, „Schwellenwert“ oder „Gradationskurven“ zur Verfügung

Live-Filter
Ähnliches gilt auch für die Live-Filter. Das sind 26 Filter, die wie die Anpassungen in einer eigenen Ebene angewendet werden. Darunter finden sich zum Beispiel verschiedene Weichzeichner oder Farbund Verzerrfilter. Diese werden allerdings nicht als eigenständige neue Ebene angelegt, sondern werden der bearbeiteten Ebene als Unterebene hinzugefügt. Im Gegensatz zu den Anpassungen wirken sich die Live-Filter schließlich nur auf die eine Ebene aus. Die Anpassungen beeinflussen dagegen alle darunter liegenden Ebenen. Gemeinsam haben die beiden, dass sie mit einem Doppelklick nachträglich geändert werden können. Wenden Sie mehr als einen Live-Filter an, sollten Sie das Dreieck links neben der Ebenenminiatur in der Ebenenpalette klicken, um die enthaltenen Unterebenen inklusive ihrer Beschriftung zu sehen. Bleibt der „Ebenenorder“ geschlossen, sehen Sie nur das Standardsymbol für Live-Filter hinter der Ebenenminiatur – und das ist bei allen identisch.

Ebeneneffekte
Ein wenig anders verhalten sich die Ebeneneffekte. Drücken Sie das „fx“-Symbol, öffnet sich ein Dialogfenster. Darin finden Sie die zehn zur Verfügung stehenden Effekte. Die Auswahl reicht von der Gaußschen Unschärfe über verschiedene Schatteneffekte bis zur Verlaufsüberlagerung. Diese werden zwar nicht in einer eigenen Ebene angewendet, sondern der aktuellen direkt hinzugefügt, lassen sich aber trotzdem jederzeit ändern. Haben Sie Ihrer Ebene einen Ebeneneffekt hinzugefügt, erscheint hinter dem Ebenennamen das „fx“-Symbol. Klicken Sie darauf doppelt, öffnet sich das Dialogfenster und Sie können die Einstellungen ändern, den Effekt deaktivieren oder einen weiteren hinzufügen. Das Dialogfenster muss nicht geschlossen werden, damit die Effekte umgesetzt werden, sondern kann die ganze Zeit geöffnet bleiben. Möchten Sie den Effekt löschen, entfernen Sie den entsprechenden Haken im Dialogfenster

Ebenenübersicht
Mit zunehmender Anzahl an Ebenen wird es in der gleichnamigen Palette allerdings recht unübersicht- In einem eigenen Fenster stehen die zehn Ebeneneffekte bereit. Jegliche Einstellungen zu den Effekten treffen Sie in diesem Fenster. Sie wirken sich lediglich auf die aktuelle Ebene aus und werden in dem Fenster mit einem Haken vor dem Namen aktiviert oder deaktiviert.

lich. Zwar benennt Affinity Photo die Anpassungsund Live-Filter-Ebenen nach der verwendeten Funktion, aber allein durch die Menge kann die Übersichtlichkeit leiden. Dann wählen Sie einfach bei gedrückter [shift]-Taste die gewünschten Ebenen aus und gruppieren sie per Kontextmenü oder [cmd] + [G]. Affinity Photo erstellt dann einen Ordner, in dem Sie die gruppierten Ebenen wiederfinden. Ebenengruppen dienen lediglich der Übersichtlichkeit und Handhabbarkeit. Sie haben keinerlei Auswirkung auf die Anwendung der Ebenen

Ebenen mischen
Das Sie die Bildebenen miteinander mischen können, sollte hinlänglich bekannt sein. Mit dem Deckkraftregler und dem Mischmodus-Menü können Sie die Auswirkungen der Ebene auf die darunterliegende Ebene bestimmen. Das gilt auch für die Anpassungsebenen. Eine Besonderheit ist die Vorschaufunktion von Affinity Photo. Wählen Sie einen anderen

Mischmodus im Pop-Up-Menü hinter „Deckkraft“ aus, zeigt das Programm in Echtzeit die Auswirkungen. Sie müssen den Mischmodus nicht erst anwenden, wie das in anderen Programmen der Fall ist. Je nach Bildgröße kann es allerdings zu leichten Verzögerungen kommen, wenn Sie schnell zwischen den Mischmodi wechseln. Eine weitere Besonderheit in diesem Zusammenhang ist das Dialogfeld „Mischbereiche“ (Zahnradsymbol). Mit dem Dialogfeld können Sie die Auswirkungen des Mischmodus auf das darunterliegende Bild mit zwei der Gradationskurve ähnlichen Kurven beeinflussen. So können Sie bestimmte Bildbereiche stärker und andere schwächer in die Mischung einbeziehen, ohne diese vorher auszuschließen oder explizit auszuwählen. Mit den zwei Kurven definieren Sie die Tonwerte, die mit den darunterliegenden Ebenen gemischt werden. Steht das Pop-Up-Menü im Mischbereiche- Dialog auf „Master“, betreffen die Einstellungen das gesamte Bild. Sie können mit dem Menü aber auch direkt die Farbkanäle Rot, Grün oder Blau beeinflussen. Enthalten Ihre Bilder Text oder andere harte Kanten, sollten Sie einen Klick auf das Feld „Coverage Map“ machen. Mit der dadurch zum Vorschein kommenden Kurve können Sie das Antialiasing beeinflussen – also wie scharf oder weich der Übergang der Kante zum Hintergrund ist. Da zu den „Mischoptionen“ ein ganzes Buch geschrieben werden könnte, sollten Sie bei Interesse einfach ein wenig damit spielen und in der Affinity-Photo-Hilfe den Suchbegriff „Die Mischbereiche von Ebenen“ eingeben

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