Eine nützliche Funktion in Affinity Photo sind
die Anpassungsebenen. Die nehmen wir zum
Anlass, uns in dieser Ausgabe mit den Ebenen
und deren Möglichkeiten auseinanderzusetzen
Ohne Ebenen wären viele Schritte in der Bildbearbeitung
nicht möglich. Durch das Übereinanderlegen
von verschiedenen Ebenen
lassen sich nicht nur Bilder in andere Bilder einfügen,
Sie können auch eine Farbe oder einen Verlauf zum
Erzeugen einer bestimmten Stimmung hinzufügen.
Affinity Photo geht noch einen Schritt weiter und
bietet sogenannte Anpassungsebenen. Früher wurden
Änderungen der Gradationskurve oder der selektiven
Farbkorrektur direkt auf das Bild angewendet
Anpassungsebenen
In Affinity Photo wenden Sie die Anpassungen
nicht mehr direkt auf Ihr Werk an, sondern in einer
separaten Einstellungsebene. Die Vorteile liegen auf
der Hand: Sie können jederzeit Änderungen an den
Anpassungen vornehmen, inklusive des kompletten
Löschens der Anpassung. Durch den Haken bei
der Ebenensichtbarkeit ist die Änderung jederzeit
temporär zu deaktivieren. Zudem können Sie die
Reihenfolge der Anpassungen nachträglich ändern.
Vielleicht fällt in einem späteren Bearbeitungsschritt
auf, dass Sie zuerst die Belichtung und dann erst
die Gradationskurve hätten anpassen sollen. Ziehen
Sie einfach die Einstellungsebene „Gradationskurve“
über die Einstellungsebene „Belichtung“ und schon
ist der Fehler behoben. Da Sie jederzeit die Einstellungen
ändern können, sind auch die daraus möglicherweise
resultierenden Änderungen kein Problem.
Zum Ändern der Einstellungen klicken Sie einfach
doppelt auf die Anpassungsebene. Insgesamt stehen
21 Anpassungen wie zum Beispiel „Tonwertkorrektur“,
„Helligkeit/ Kontrast“, „Schwellenwert“ oder
„Gradationskurven“ zur Verfügung
Live-Filter
Ähnliches gilt auch für die Live-Filter. Das sind 26
Filter, die wie die Anpassungen in einer eigenen
Ebene angewendet werden. Darunter finden sich
zum Beispiel verschiedene Weichzeichner oder Farbund
Verzerrfilter. Diese werden allerdings nicht als
eigenständige neue Ebene angelegt, sondern werden
der bearbeiteten Ebene als Unterebene hinzugefügt.
Im Gegensatz zu den Anpassungen wirken sich die
Live-Filter schließlich nur auf die eine Ebene aus. Die
Anpassungen beeinflussen dagegen alle darunter
liegenden Ebenen. Gemeinsam haben die beiden,
dass sie mit einem Doppelklick nachträglich geändert
werden können. Wenden Sie mehr als einen
Live-Filter an, sollten Sie das Dreieck links neben
der Ebenenminiatur in der Ebenenpalette klicken,
um die enthaltenen Unterebenen inklusive ihrer
Beschriftung zu sehen. Bleibt der „Ebenenorder“
geschlossen, sehen Sie nur das Standardsymbol für
Live-Filter hinter der Ebenenminiatur – und das ist
bei allen identisch.
Ebeneneffekte
Ein wenig anders verhalten sich die Ebeneneffekte.
Drücken Sie das „fx“-Symbol, öffnet sich ein Dialogfenster.
Darin finden Sie die zehn zur Verfügung
stehenden Effekte. Die Auswahl reicht von der Gaußschen
Unschärfe über verschiedene Schatteneffekte
bis zur Verlaufsüberlagerung. Diese werden zwar
nicht in einer eigenen Ebene angewendet, sondern
der aktuellen direkt hinzugefügt, lassen sich aber
trotzdem jederzeit ändern. Haben Sie Ihrer Ebene
einen Ebeneneffekt hinzugefügt, erscheint hinter dem
Ebenennamen das „fx“-Symbol. Klicken Sie darauf
doppelt, öffnet sich das Dialogfenster und Sie können
die Einstellungen ändern, den Effekt deaktivieren oder
einen weiteren hinzufügen. Das Dialogfenster muss
nicht geschlossen werden, damit die Effekte umgesetzt
werden, sondern kann die ganze Zeit geöffnet
bleiben. Möchten Sie den Effekt löschen, entfernen Sie
den entsprechenden Haken im Dialogfenster
Ebenenübersicht
Mit zunehmender Anzahl an Ebenen wird es in der
gleichnamigen Palette allerdings recht unübersicht-
In einem eigenen Fenster stehen die zehn Ebeneneffekte
bereit. Jegliche Einstellungen zu den Effekten treffen
Sie in diesem Fenster. Sie wirken sich lediglich auf die
aktuelle Ebene aus und werden in dem Fenster mit einem
Haken vor dem Namen aktiviert oder deaktiviert.
lich. Zwar benennt Affinity Photo die Anpassungsund
Live-Filter-Ebenen nach der verwendeten
Funktion, aber allein durch die Menge kann die
Übersichtlichkeit leiden. Dann wählen Sie einfach
bei gedrückter [shift]-Taste die gewünschten Ebenen
aus und gruppieren sie per Kontextmenü oder [cmd]
+ [G]. Affinity Photo erstellt dann einen Ordner, in
dem Sie die gruppierten Ebenen wiederfinden. Ebenengruppen
dienen lediglich der Übersichtlichkeit
und Handhabbarkeit. Sie haben keinerlei Auswirkung
auf die Anwendung der Ebenen
Ebenen mischen
Das Sie die Bildebenen miteinander mischen können,
sollte hinlänglich bekannt sein. Mit dem Deckkraftregler
und dem Mischmodus-Menü können Sie die
Auswirkungen der Ebene auf die darunterliegende
Ebene bestimmen. Das gilt auch für die Anpassungsebenen.
Eine Besonderheit ist die Vorschaufunktion
von Affinity Photo. Wählen Sie einen anderen
Mischmodus im Pop-Up-Menü hinter „Deckkraft“
aus, zeigt das Programm in Echtzeit die Auswirkungen.
Sie müssen den Mischmodus nicht erst
anwenden, wie das in anderen Programmen der Fall
ist. Je nach Bildgröße kann es allerdings zu leichten
Verzögerungen kommen, wenn Sie schnell zwischen
den Mischmodi wechseln. Eine weitere Besonderheit
in diesem Zusammenhang ist das Dialogfeld
„Mischbereiche“ (Zahnradsymbol). Mit dem Dialogfeld
können Sie die Auswirkungen des Mischmodus
auf das darunterliegende Bild mit zwei der Gradationskurve
ähnlichen Kurven beeinflussen. So können
Sie bestimmte Bildbereiche stärker und andere
schwächer in die Mischung einbeziehen, ohne diese
vorher auszuschließen oder explizit auszuwählen.
Mit den zwei Kurven definieren Sie die Tonwerte,
die mit den darunterliegenden Ebenen gemischt
werden. Steht das Pop-Up-Menü im Mischbereiche-
Dialog auf „Master“, betreffen die Einstellungen
das gesamte Bild. Sie können mit dem Menü aber
auch direkt die Farbkanäle Rot, Grün oder Blau
beeinflussen. Enthalten Ihre Bilder Text oder andere
harte Kanten, sollten Sie einen Klick auf das Feld
„Coverage Map“ machen. Mit der dadurch zum
Vorschein kommenden Kurve können Sie das Antialiasing
beeinflussen – also wie scharf oder weich
der Übergang der Kante zum Hintergrund ist. Da zu
den „Mischoptionen“ ein ganzes Buch geschrieben
werden könnte, sollten Sie bei Interesse einfach ein
wenig damit spielen und in der Affinity-Photo-Hilfe
den Suchbegriff „Die Mischbereiche von Ebenen“
eingeben

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