Ab sofort gehört der
Blaulichtfilter „Night
Shift“ zu Apples
iOS-Betriebssystem.
Wir fragten den Somnologen Dr. med.
Lennart Knaack vom Kölner Intersom-
Zentrum für Schlafmedizin und Schlafforschung
nach den Vorteilen.
Herr Dr. Knaack, Apple liefert bei iPhones
und iPads nun einen Blaulichtfilter
mit – ein begrüßenswerter Schritt?
Ja, das ist eine gute Maßnahme. Blaues
Licht mit 470 nm Wellenlänge erreicht
Nervenzellen, die das photosensible
Protein Melanopsin enthalten. Über
Signale dieser Zellen in der Netzhaut
kommt es zu einer lichtabhängigen
Unterdrückung des schlaffördernden
Hormons Melatonin, wodurch der
Schlaf-Wach-Rhythmus und die
„innere Uhr“ verstellt werden können.
Eine Filterung blauhaltigen Lichts
unterdrückt diesen Vorgang – und der
Schlaf wird weniger gestört.
Immer heller werdende Displays
bezahlt man daher mit einem sich verschlechternden
Schlafverhalten?
Das kann ein wesentlicher Faktor sein.
Allerdings sind eine schlechte Schlafhygiene
und das Missachten wichtiger
Schlafrituale bei Nutzern von Tablets,
Mobiltelefonen und PCs oft genauso
störend.
Wie sehen diese Rituale aus?
Die wesentliche Maßnahme zur Verbesserung
der Schlafqualität ist eine
ausreichende Lichtexposition – auch
am Arbeitsplatz – am Tage. Zudem
sollte eine rechtzeitige Abdunklung 30
bis 45 Minuten vor dem Zubettgehen
beachtet werden. Eine ausreichende
Schlafhygiene, also zum Beispiel ein
gutes Schlafklima, ein hochwertiges
Bett und die Vermeidung von Alkohol,
Koffein und Nikotin sowie eine vitaminreiche,
ausgewogene Ernährung
und körperliche Bewegung können
den Schlaf robuster machen.

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