Mittwoch, 13. April 2016

Hintergrund: Night Shift

Hintergrund
Ab sofort gehört der Blaulichtfilter „Night Shift“ zu Apples iOS-Betriebssystem. Wir fragten den Somnologen Dr. med. Lennart Knaack vom Kölner Intersom- Zentrum für Schlafmedizin und Schlafforschung nach den Vorteilen.

Herr Dr. Knaack, Apple liefert bei iPhones und iPads nun einen Blaulichtfilter mit – ein begrüßenswerter Schritt? Ja, das ist eine gute Maßnahme. Blaues Licht mit 470 nm Wellenlänge erreicht Nervenzellen, die das photosensible Protein Melanopsin enthalten. Über Signale dieser Zellen in der Netzhaut kommt es zu einer lichtabhängigen Unterdrückung des schlaffördernden Hormons Melatonin, wodurch der Schlaf-Wach-Rhythmus und die „innere Uhr“ verstellt werden können. Eine Filterung blauhaltigen Lichts unterdrückt diesen Vorgang – und der Schlaf wird weniger gestört.

Immer heller werdende Displays bezahlt man daher mit einem sich verschlechternden Schlafverhalten? Das kann ein wesentlicher Faktor sein. Allerdings sind eine schlechte Schlafhygiene und das Missachten wichtiger Schlafrituale bei Nutzern von Tablets, Mobiltelefonen und PCs oft genauso störend.

Wie sehen diese Rituale aus? Die wesentliche Maßnahme zur Verbesserung der Schlafqualität ist eine ausreichende Lichtexposition – auch am Arbeitsplatz – am Tage. Zudem sollte eine rechtzeitige Abdunklung 30 bis 45 Minuten vor dem Zubettgehen beachtet werden. Eine ausreichende Schlafhygiene, also zum Beispiel ein gutes Schlafklima, ein hochwertiges Bett und die Vermeidung von Alkohol, Koffein und Nikotin sowie eine vitaminreiche, ausgewogene Ernährung und körperliche Bewegung können den Schlaf robuster machen.

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