Das neueste Smartphone aus dem Hause Samsung
wird mit schönster Regelmäßigkeit als „iPhone-Killer“
betitelt. So auch das Galaxy S7 Edge, das seit Mitte
März in den Ladenregalen steht. Wir haben zugegriffen,
und die Rivalen gegeneinander antreten lassen.
Apple und Samsung spielen seit Jahren
Katz und Maus. Und so jagt im Abstand
von jeweils rund sechs Monaten ein
Smartphone-Highlight das Nächste. Dabei hat sich
auch bei Samsung ein Rhythmus aus der Vorstellung
eines grundlegend überholten neuen Modells mit
der Markteinführung einer auf dem gleichen Design
beruhenden und leicht verbesserten Modellvariante
im Folgejahr durchgesetzt (vergleiche iPhone 6/
iPhone 6s beziehungsweise Galaxy S6/Galaxy S7).
Das heißt: 2016 ist für Samsung das, was man bei
Apple ein „S“-Jahr nennt, doch spannend bleibt das
Duell der Smartphone-Champions trotzdem.
Die Äußerlichkeiten
Hand aufs Herz: Smartphones sind in aller Regel
immer auch ein Statussymbol, ein gelungenes
Design mitentscheidend für den Verkaufserfolg.
Apple punktet beim iPhone 6s Plus mit einem geradlinigem
Design und setzt auf bewährte Materialien.
Störend sind dabei jedoch die sehr dominanten
Antennenstreifen aus Plastik auf der Gehäuserückseite.
Diese sind beim Galaxy S7 Edge kein Thema,
da man statt auf das für Funksignale hinderliche
Aluminum vor allem auf Glas gesetzt hat. Das hat
Vor-, aber mit Blick auf die Bruchgefahr und Empfindlichkeit
gegenüber schmierigen Fingerabdrücken
auch Nachteile.
Welches der beiden Top-Smartphones besser
gefällt, ist letztlich Geschmacksache: Beide Geräte
liegen gut in der Hand und sehen toll aus. Ein echter
Hingucker ist das an den Seiten abgerundete Display
des Galaxy S7 Edge. Ein nennenswertes Plus an
Funktionalität bieten die eleganten Rundungen allerdings
nicht, bei uns sorgten diese sogar für Fehleingaben.
Trotzdem: der wegfallende Rand mutet edel
an, hier darf sich Apple gerne inspirieren lassen!
Design und Anmutung: Ein Unentschieden, denn hier
spielt der persönliche Geschmack eine große Rolle
Die inneren Werte
Smartphones sind inzwischen richtige kleine Computer.
Um deren Leistungsfähigkeit erfassen und vor
allem miteinander vergleichen zu können, kommen
sogenannte Benchmarks zum Einsatz. Diese hochspesmartphone-
flaggschiffe
iPhone 6s Plus vs.
Galaxy S7 Edge
Das neueste Smartphone aus dem Hause Samsung
wird mit schönster Regelmäßigkeit als „iPhone-Killer“
betitelt. So auch das Galaxy S7 Edge, das seit Mitte
März in den Ladenregalen steht. Wir haben zugegriffen,
und die Rivalen gegeneinander antreten lassen.
zialisierten Programme fassen die Leistungsfähigkeit
der Hardware meist in einer einzigen Zahl zusammen,
für die eine einfache Regel gilt: Umso höher sie ausfällt,
desto leistungsfähiger ist das Gerät.
Einer der bewährtesten und sowohl für iOS als
auch für Android verfügbaren Benchmarks weist in
Version 2016.03 für den im aktuellen iPhone steckenden
A9-Chip einen Wert von 132.657 Punkten
aus. Der Samsung-Exynos-Chip in den europäischen
Galaxy-S7-Geräten wird hingegen mit 129.865 Punkten
bewertet. Nach Punkten siegt hier eindeutig das
iPhone, auch wenn der Blick auf die technischen Eckdaten
durch mehr und zudem höher getaktete CPUKerne
im Samsung-Chip anderes verspricht. Ähnliches
gilt für die extrem hochauflösenden Bildschirme
in den Galaxy-S7-Geräten. Deren 1440x2560
Bildpunkte toppen die 1080x1920 Pixel des iPhone
6s Plus zwar deutlich, doch dies ist in der Praxis mit
Blick auf die tatsächliche erlebte Bildschärfe irrelevant:
Sowohl auf den ersten als auch auf den zweiten
Blick hin sind sich hier beide Geräte ebenbürtig.
Der Vergleich in der Praxis lehrt uns, dass
fernab technischer Eckdaten und abstrakter
Benchmarkergebnissen in der Praxis nur das an
Performance zählt, was beim Anwender an gefühlter
Leistung ankommt – viele der Hardware-Eckdaten
beeindrucken dabei auf dem Papier mehr als in der
Praxis. So verfügt das Galaxy S7 Edge über doppelt
so viel Arbeitsspeicher wie das iPhone 6s Plus und
die auf den ersten Blick leistungsfähigeren Chips,
doch Samsung kann diesen Vorteil nicht in vom
Anwender erlebte Leistung ummünzen. Wer beide
Geräte direkt miteinander vergleicht, wartet beim
Galaxy S7 Edge auf Aktionen wie beispielsweise das
Öffnen einer App häufig doch einen Augenblick länger
als das auf einem iPhone 6s Plus der Fall ist.
Technik und Performance: Das iPhone liegt klar
vorne, es steht 2:1 für Apple.
Die Frage nach der besseren Kamera
Auch Samsung hat inzwischen erkannt, dass ein
Mehr an Megapixeln nicht unmittelbar in tatsächlich
besseren Fotos resultiert. Und so steckt im Galaxy
ein Kameramodul mit nur noch 12 statt 16 MP, wie
es noch beim Vorgängermodell der Fall war. Die
Pixel sind besonders groß und liefern im Zusammenspiel
mit der lichtstarken Optik (f/1,7) vor allem
in schwierigen Lichtsituationen das bessere Bild
mit einem Mehr an Details und weniger Rauschen.
Zudem arbeitet der Autofokus pfeilschnell. Tatsächlich
macht das Fotografieren mit dem neuen Galaxy
ein klein wenig mehr Spaß als mit einem aktuellen
iPhone, zumal die entsprechende App zumindest
gefühlt auch schneller schussbereit ist. Unseren
ersten, subjektiven Eindruck der besseren Kamera
im Galaxy S7 Edge bestätigen auch die Fotografieexperten
der DxO Labs: Dort führt das neue Samsung-
Topmodell die Liste der besten Smartphone-Kameras
mit einem Punktewert von 88 an – das iPhone 6S
Plus kommt hier auf noch immer sehr gute 84, das
iPhone 6s auf 82 Punkte.
Kamera: Hier zieht Samsung, wenn auch nur ein kleines
Stück weit, an Apple vorbei – es steht 2:2.
K.O.-Kriterium Android?
Auch Googles Smartphone-Betriebssystem Android
erhält alljährlich ein großes Update. Aktuell ist Version
6, die auch dem neuen Galaxy als Softwarebasis dient
Zuletzt haben sich beide Betriebssysteme
immer weiter einander angenähert, doch es bleiben
noch immer deutliche Unterschiede. Wir sind fest
davon überzeugt, dass iOS das bessere Betriebssystem
ist. iPhone-Anwender erhalten verlässlich und
im Jahrestakt sinnvolle, neue Funktionen geliefert.
Sicherheitslücken werden zudem in der Regel auch
bei älteren Geräten gestopft. Bei Android-Geräten im
Allgemeinen und so auch den Galaxy-Smartphones
wartet man mitunter länger auf Updates. Apple
hingegen versorgt und verbessert seine Geräte über
Jahre hinweg und berechenbar mit neuer Software.
Dies allein wiegt für uns bereits die weitreichenderen
Möglichkeiten zur Individualisierung als einen
der größten Vorteile Androids wieder auf.
Android gegen iOS: iOS ist aus unserer Sicht die
bessere Wahl, es steht somit 3:2 für die aktuellen
iPhone-Modelle.
Apps
Wer einen Blick auf seine meistgenutzten Apps
wirft, stellt schnell fest, dass der Großteil der persönlichen
Lieblinge sowohl für Android als auch iOS
erhältlich ist. Mit etwas Kompromissbereitschaft findet
sich selbst für App-Perlen wie etwa Fantastical,
Clear, Ulysses und Reeder in der Regel ein Ersatz.
Dennoch unterscheiden sich die Anwendungen qualitativ.
Auch wenn Apples strenge Prüfvorgaben oft
genug Anlass zur Kritik geben, führen diese doch zu
einem einheitlicheren Erscheinungsbild unterschiedlicher
Apps und einer konsistenteren Nutzererfahrung.
Zudem überzeugt Apple mit seiner digitalen
Ladenfront: Das Angebot an Apps wird übersichtlicher
dargestellt, Apps werden von einer eigenen
Redaktion kuratiert – ein Muss bei der auf beiden
Plattformen herrschenden Flut an neuen Apps.
Apps: Kein Unentschieden, das einheitlichere
Erscheinungsbild der iOS-Apps und der bessere
(wenn auch nicht perfekte) App Store lassen das
iPhone besser dastehen – es steht 4:2.
Fazit
Fernab der mit nahezu religiösem Eifer und einer
gewissen Verblendung geführten Diskussionen
um das Für und Wider verschiedener Smartphone-
Plattformen lässt sich auch Anno 2016 festhalten,
dass sowohl Android-Smartphones als auch iPhones
ihre Daseinsberechtigung haben. Das bestätigt auch
der Ausgang unseres zugegebenerweise nur an der
Oberfläche der Thematik kratzenden Vergleichs. Egal
ob iPhone oder Galaxy: Jedes der Geräte als auch
die zugrundeliegende Basis aus Betriebssystem und
verfügbarer Software hat Vor- als auch Nachteile vorzuweisen.
Gefallen haben uns am aktuellen Samsung-
Topmodell vor allem Details, wie etwa der etwas zügigere
Ladevorgang, die Wasserfestigkeit des Geräts
und die in vielen Situationen bessere Kamera. In der
Summe aber bietet Apple auch in diesem Jahr das
stimmigere Gesamtpaket aus Hardware, Software und
Ökosystem – insbesondere für Mac-Anwender. Danken
möchten wir Gravis, die uns den vergleichenden
Blick durch ein kurzfristig zur Verfügung gestelltes
Galaxy S7 Edge überhaupt erst ermöglicht haben


Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen